Thailand

Mit vielen Zungen reden

Location: Bangkok
Zeitunterschied: +5 Std.
Wetter: schön warm

Der direkte Weg nach Myanmar wäre natürlich ohne Probleme möglich gewesen. Aber warum nicht noch einen Zwischenstopp einlegen, an einem Ort, der „angenehm“ und „nützlich“ verbindet, wobei „nützlich“ in diesem Zusammenhang nur pointiert und eine Wiederholung von „angenehm“ vermeidet. Bangkok – der behagliche Platz unserer Wahl und drittes zu Hause.

Das Motto unserer Anreise lässt sich rückblickend bestens mit der Headline eines „Creme de la Creme“ Songs beschreiben. Das „Wo“ der Nacht pluralisierte sich in unserem Fall in „Arbeit“ – „Flieger“ – „Foodcourt“ und „Lounge-Kanapee“ bevor wir am Morgen weiter von Singapur in die thailändische Hauptstadt flogen. Trotz aufkommender Müdigkeit wählten wir nach unserer Ankunft in Bangkok den Bummelzug anstatt des Taxi, um sogleich in die von uns geliebte Atmosphäre der Stadt einzutauchen.

Wer Bangkok kennen und lieben gelernt hat, kann sich glücklich schätzen, bekommt er doch „Ritter Sport und Mon Chèri“ aus einer Packung serviert.

Wenn der Zufall die Platzkarten verteilt, finden sich gelegentlich „Gleich und Gleich“ ungewollt zusammen. Vielleicht ebnete in unserem Fall aber auch das deutsche „Aldi-Gen“ den Weg und bescherte uns diese namenlosen „Happy-Hour“ Bekanntschaften.

Wir hatten den sprichwörtlichen „Platz an der Sonne“ ergattert. Vor uns befand sich ein Tischchen mit destilliertem Allerlei und zu unseren Füßen schob sich, dicht gedrängt, die halbe Erde Mensch durch Bangkoks „Khao San Road“. Ein Beobachtungsposten ganz im Stil eines analogen Facebook, das noch dazu in „Echtzeit“ unerlässlich neuen Gesprächsstoff produzierte.

Noch zierten wir uns ein wenig unsere deutschen Tischnachbarn anzusprechen. Warum eigentlich nicht mal mit Leuten aus der Heimat schnacken? Ein paar „Strohhalmzüge“ später war Angie mutig genug und klinkte sich in das Gespräch am Nachbartischen ein. Die Mädels neben uns waren nicht abgeneigt und so kam es wie es kommen musste. Wenn die Armen vorher gewusst hätten auf was sie sich da einlassen würden. Die „15.000 Worte Frau“ direkt neben ihnen und Achtung… ich hielt den Eimer mit dem „Plapperwasser“ fest in der Hand. Vielleicht kennt ihr dieses erhebende Gefühl in einem Gespräch, wenn die Zunge wie von Zauberhand Worte am Fließband produziert, die Themen sich die Klinke in die Hand geben und aus dem anfänglichen Redefluss einen Tsunami werden lassen. Die Krönung der Konversation ist dann erreicht, wenn es dem gepeinigten Zuhörer trotz verzweifelter Versuche nicht mehr gelingt, die Hand an den Rettungsring zu legen. „Aaaach, müsst ihr schon los?“ Geschlagene drei Stunden später gelang ihnen dann doch die Flucht, nachdem wir ihnen fast die Ohren ab gekaut hatten. Wie zwei satte Vampire wischten wir uns anschließend über die Münder und ließen uns in die Stühle sacken. „Tschuldigung“ Mädels, wir waren verbal ziemlich ausgehungert.

Die ganze Geschichte wäre nur halb so lustig, wenn unerwähnt bliebe, dass uns am folgenden Abend ähnliches passierte. Gleiche Bar, nur die Komparsen hatten gewechselt. Nichtsdestotrotz ist es immer wieder schön die Felder aus „Gott und die Welt“ mit wem auch immer zu beackern, auch wenn wir von allen Vier nicht mal die Namen kennen. Nun wird es aber richtig bunt.

Nach der zweiten Nachtschicht schlichen wir in den frühen Morgenstunden eigentlich in Richtung Guesthouse, blieben aber wie so oft in unserem Straßenrestaurant hängen, da sich der Hunger nochmal meldete. Bevor es ins Bett geht, muss noch‘n „Döner“ oder ne „BoWu“…dran glauben, hier in Bangkok natürlich in einer etwas abgewandelter Form.

Wo ein Service rund um die Uhr angeboten wird, finden sich fast zwangsläufig die Nachtschwärmer ein. Der Reihe nach: Zunächst kreuzten „Männlein“ und „Weiblein“ aus Korea auf, dicht gefolgt von einem Paar Argentinier, die wiederum im Schlepptau eine Französin mit Deutsch Kenntnissen sowie einen Italiener mitbrachten. Umrahmt wurde die elitäre Runde vom kambodschanischen Personal, die das Lokal nebst Trank und Speisen stellten. Wie schon zuvor passte wieder alles, wobei der feuchtfröhliche Zustand aller den Fluss der Konversationen mehr als begünstigte. Obendrein lernten wir auch noch größte sprachliche Hürden mit modern Technik zu umschiffen – „Google-Translator-Spracheingabe“ machte es möglich. Für die eventuell verbleibenden kleine Missverständnisse empfehlen wir den Rückgriff auf die altbewährten analoge Variante mit Händen und Füßen.

Obendrein verhalf uns die Technik zumindest einen Namen in Erinnerung zu behalten. Mit der Aussprache hapert es zwar noch, aber dank der digital Version von Facebook könnten wir zumindest Kontakt nach Korea aufnehmen. Na dann vielleicht auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr, wenn unserer Japan – Korea Trip auf dem Plan steht.

Ganz liebe Grüße von euren zwei Reisenden

Angie & Thomas

 

 

 

Ein Gedanke zu „Mit vielen Zungen reden“

  1. Hallo ihr zwei Weltenbummler,
    zufällig lande ich mal wieder auf eurem Blog und was lese ich da? Bangkok. Nächsten Donnerstag geht mein Flieger dorthin. Dann allerdings gleich weiter nach Koh Samui. Haben wir die Gelegenheit uns zu treffen? Habt ihr Lust auf einen Trip nach Koh Samui? Das wäre ja was… Ganz liebe Grüße aus Sindelfingen – Marita

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